5 Gründe, Coachin als weibliche Form von Coach etablieren

5 Gründe, Coachin als weibliche Form von Coach zu etablieren

Lesedauer: 4 Minuten
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Coachin – kennst Du schon die weibliche Form von Coach?

Warum ich die Unterscheidung der Begriffe von Coachin und Coach richtig finde und was das mit meinem Verständnis von Coaching zu tun hat, erfährst Du in diesem Artikel.

Coachin als weibliche Form von Coach zu etablieren, entspricht meinem Verständnis von Coaching. Andere Coach:innen haben wahrscheinlich auch andere Meinungen dazu und das dürfen sie natürlich auch.

1. Weibliche Form von Coach im Duden – „Coachin, die“

Bei Recherchen fange ich gerne mit dem Duden an. Hier finden sich auf der Website des Duden drei Einträge (alphabetisch sortiert):

  1. Coach, der Substantiv, maskulin
    „männliche Person, die [anhand von wissenschaftlich begründeten Methoden] einen Klienten, eine Klientin berät und betreut, um dessen, deren berufliches Potenzial zu fördern und weiterzuentwickeln“
  2. Coach, die Substantiv, feminin
    im 19. Jahrhundert verwendete vierrädrige Kutsche für vier Personen 
  3. Coachin, die Substantiv, feminin
    weibliche Person, die [anhand von wissenschaftlich begründeten Methoden] einen Klienten, eine Klientin berät und betreut, um dessen, deren berufliches Potenzial zu fördern und weiterzuentwickeln

Aha – „die Coach“ wäre also ganz falsch, da es sich um ein Gefährt und nicht um eine Person handelt. Das kannte ich nicht.

Die meisten Kolleginnen im Coachingbereich, nennen sich aber eher „der Coach“. Ich persönlich finde ich mich unter dem 3. Eintrag im Duden am meisten wieder – denn ich bin keine Kutsche (Überraschung!) und identifiziere mich auch als weibliche Person.

Ich kann verraten, dass ich meine Meinung dazu aber auch erst kürzlich geändert habe. Wieso?

2. Ob Du Coachin als weibliche Form von Coach oder Coach hörst, verändert Deine Vorstellung

Ich habe mich immer wieder dabei ertappt, dass ich bei „Coach“ und „Coaches“ vor allem an Männer gedacht habe – obwohl ich viele kompetente Coachinnen kenne und selbst erleben durfte.

Ein gutes Beispiel dafür, wie unsere Sprache unsere Vorstellung lenkt, findet sich in dieser kleinen Geschichte (hier gefunden):

Ein Vater fährt mit seinem Sohn zum Fußballspiel, doch mitten auf einem Bahnübergang bleibt ihr Wagen stehen. In der Ferne hört man schon den Zug pfeifen, verzweifelt versucht der Vater, den Motor anzulassen, aber vor Aufregung schafft er es nicht. Das Auto wird vom Zug erfasst. Ein Rettungswagen jagt zum Unfallort und holt die beiden ab, doch der Vater stirbt noch auf der Fahrt ins Krankenhaus. Der Sohn lebt, muss aber sofort operiert werden. Er wird in den OP-Saal gefahren, wo schon die diensthabenden Chirurgen warten. Als sie sich jedoch über den Jungen beugen, sagt jemand vom Chirurgenteam mit erschrockener Stimme: „Ich kann nicht operieren – das ist mein Sohn!“

Ich gehe stark davon aus, dass Du beim Lesen erst dachtest, hier hat sich ein Fehler eingeschlichen. Vielleicht hast Du auch gemeint, dass der 2. Vater des Kindes im OP steht. Aber hast Du an die Möglichkeit gedacht, dass es die Mutter ist?

Coachin als weibliche Form von Coach macht Frauen im Coaching sichtbarer!

Der Duden schreibt übrigens zum Eintrag zu „Coach, der“ noch folgenden Hinweis:

Verwendung der Personenbezeichnung: In bestimmten Situationen wird die maskuline Form (z. B. Arzt, Mieter, Bäcker) gebraucht, um damit Personen aller Geschlechter zu bezeichnen. Bei dieser Verwendung ist aber sprachlich nicht immer eindeutig, ob nur männliche Personen gemeint sind oder auch andere. Deswegen wird seit einiger Zeit über sprachliche Alternativen diskutiert.

Die Debatte um Gendern und sprachliche Alternativen wird zuweilen sehr hitzig geführt. Ich bin da nicht Expertin – ich möchte nur beschreiben, warum ich mich persönlich für den Titel Coachin entschieden habe. Die Geschichte der Chirurgin zeigt, dass Sprache unsere Vorstellung, unsere Gedanken und unser Verständnis beeinflusst.

Wie mein Kollege Panajoti Koça (u.a. Trainer für Anti-Diskriminierungsarbeit) gerne sagt: „Sprache schafft Tatsachen.

3. Sprache ist ein wichtiger Erfolgsfaktor im Coaching

Wenn über mich als Coach und nicht als Coachin gesprochen wird, dann entspricht das nicht den Tatsachen. Ja, es gibt wichtigere Probleme auf der Welt – da stimme ich zu.

Gleichzeitig ist es mein Job als Coachin mit Sprache verantwortungsvoll umzugehen und sie effektiv einzusetzen. Das findet sich in den Kernkompetenzen der International Coaching Federation (ICF) wieder. Als Mitglied und Associate Certified Coach (ACC) (Hier ist es eine engl. Schreibweise – ja, verwirrend!) habe ich mich dazu auch verpflichtet.

Als Coachin frage ich im Coaching nach, wenn ich einen Begriff nicht verstehe. Ich arbeite mit meinen Klient:innen absichtlich genaue Bedeutungen von Worten heraus, um gemeinsam Erkenntnisse und Bewusstsein fürs Thema zu schaffen. Was ist das für ein „Gefühl“? Woher kommt dieser Ausdruck? Was heißt „xyz“ für Dich?

Hier setze ich Sprache als effektives Mittel im Coaching ein.

4. Sprache beeinflusst das Vertrauen zwischen Klient:innen und Coach:innen

Die Beziehung zur Coachin ist einer der größten Erfolgsfaktoren für ein effektives Coaching (Richter-Kaupp, Business Coaching). Sie ist u.a. geprägt durch Vertrauen. Wie Rachel Botsman, Expertin und Forscherin für Vertrauen, kürzlich auf der ICF Converge vortrug, ist Integrität (frei ins Deutsche übersetzt: „Wie gut passt das, was ich vorgebe zu sein/tun, zu dem was ich wirklich bin/tue?“) ein wichtiger Faktor von Vertrauen.

Als Coachin möchte ich mich authentisch zeigen und meinen Klient:innen als Mensch begegnen. Aus meiner Sicht fängt das im Kleinen bereits beim Begriff Coachin an. Ich möchte wirksam sein und auch meinen Klient:innen die Sicherheit geben, dass sie gesehen werden. Sad fact: Laut Gallup werden 15 % der Menschen in befragten Unternehmen mit dem falschen Vornamen angesprochen. Das bezieht sich nur auf den Namen – noch nicht auf Pronomen.

5. Schneller eine coachende Frau, weiblichen Coach, Coachin finden

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass es Themen gibt, die ich persönlich lieber mit einer weiblich gelesenen Person als mit einer männlich gelesenen Person besprechen möchte – auch im Coachingcontext. Das wird bei anderen Menschen ähnlich sein. Ich frage mich, was diese Menschen bei Google eingeben: Coachende Frau, weiblicher Coach, Coach Frau?

Die Geschlechteridentität der coachenden Person ist bei Weitem nicht das erste oder wichtigste Entscheidungskriterium. Aber wie finden Klient:innen die richtige Unterstützung? Coachinnen schreiben wohl kaum „Coachende Frau“ oder „weiblicher Coach“ auf ihre Website …

Leider ist Coachin in der Suchmaschinenoptimierung noch nicht angekommen und der Begriff  ist, um online gefunden zu werden, eher ein Nachteil – die Autokorrektur ist Coaching. Das liegt natürlich auch daran, dass so wenige Coachinnen den Begriff bis jetzt nutzen.

Ich gehe fest davon aus, dass sich der Begriff Coachin durchsetzen wird – auch wenn es noch etwas ungewohnt ist. Aber das waren Frauen mit Hosen im Bundestag auch mal!

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